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Wer ich bin

Schön, dass du hier bist. Du willst wissen, wer hinter Herzort steht. Dann nimm dir einen Moment. Ich erzähle dir das in einem Stück.

Ich heiße Katja. Ich bin Mutter eines wundervollen Sohnes. Und ich bin eine Frau, die zweimal wirklich glaubte zu sterben. Nicht als Redewendung. Als Gewissheit im Körper: das hier ist vorbei. Wer das einmal durchquert, kommt anders zurück. Wer das zweimal durchquert, trägt eine Stille in sich, die man nicht spielen kann. Ich stelle mich damit nicht über dich. Ich weiß nur, wie dünn die Haut werden kann — und wie heilsam es ist, wenn jemand dich hält, ohne dich zu überfordern.

Im April 2021 kam die Diagnose, und sie war grauenvoll. Krebs. Ich war alleinerziehend und saß in meiner Küche, während die Tränen nicht aufhören wollten, und schrieb Testament und Vorsorge. Ich regelte, wo mein Kind leben sollte, wenn ich nicht mehr da bin. Bei Freunden? In der alten Heimat? Bei seinem Vater? Die Fragen waren so schwer, dass sie kaum aufs Papier wollten. Danach kamen Chemo, die Operation, die Glatze, die Reha. Und neben mir ein Kind in Angst, das trotzdem jeden Morgen aufstand. Man trägt so etwas nicht tapfer. Man trägt es, weil niemand sonst da ist, der es tragen könnte.

Eineinhalb Jahre später ging ich zurück an die Arbeit. Ein Teil von mir glaubte noch, Funktionieren sei dasselbe wie Leben. Das Verständnis dort war keines. Nach vier Tagen schon die Frage meines Chefs, ob ich die Medaille der Schwerbehinderung immer vor mir hertragen wolle. Ich blieb trotzdem. Zwei Jahre lang wurden Mobbing und Ausgrenzung schlimmer — reiner Stress auf einem Körper, der gerade erst wieder atmen gelernt hatte.

Dann, eines Tages, der Rennradunfall auf dem Land. Ein doppelter Hüftbruch. Und mitten in dieser Verletzung eine erneute Krebsdiagnose. Der Abgrund tat sich wieder auf, und diesmal war keine Ausrede mehr da. Ich wusste: jetzt ist es aus. Dieses Leben einfach vorbei. Unglaube, Verwirrung, und eine Trauer um das eigene Dasein, so tief, dass die Tränen nicht versiegen wollten. Alles allein. Ich bin allein, dachte ich, und ich werde sterben, und mein lieber Junge bleibt zurück.

Mein Erwachen

Nach drei Monaten war ich aus dem Rollstuhl heraus und konnte wieder gehen. Ich fuhr in meinen Wald, weil er mir immer Ruhe und Kraft geschenkt hat, und war so umwölkt von dunklen Gedanken, dass ich die Umgebung kaum wahrnahm. Nach ungefähr einer Stunde erreichte mich mitten zwischen den Bäumen ein zuckersüßer Geruch, unglaublich schön. Ich erwachte aus den dunklen Gedanken, schaute nach oben, und die Sonne lag mir direkt im Gesicht. Ich war auf einmal wach. Und dann wurde der Wald mucksmauschenstill. Kein Blatt. Kein Geräusch. Nichts.

In diesem Stillstand geschah die Erweckung. Eine Stimme sprach durch mich — klar, deutlich, männlich. Sie erklärte, was geschehen war, warum es geschehen war, und was weiter geschehen würde. Nicht als Trostpflaster. Als etwas, das den Boden unter den Füßen neu hinlegte. Als ich wieder zu mir kam, waren fünfundvierzig Minuten vergangen. Die Sonne war noch da. Der Wald auch. Ich aber war eine andere. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich nie wieder an diesen Arbeitsplatz zurückgehen würde. Ich hörte auf. Nicht aus Trotz. Weil etwas Größeres gesprochen hatte.

Seither geschah Medialität mit mir. Ich kann Menschen sehen, durch und durch. Ich fühle in meinem eigenen System, was sie fühlen. Ich kann ihnen ihr Buch vorlesen. Es ist telepathisch, und es ist egal, wie weit jemand entfernt ist — es klappt. Dieses Leben ist unglaublich geworden. Es gab viele Stunden, die stark geleitet waren. Nun darf dieses Können weitergegeben werden an Menschen, die ihr Licht wiederfinden möchten. Ich freue mich darauf. Denn das ist meine Reise.

Wenn irgendwo in dir etwas aufatmet, während du das liest, reicht das als Anfang. Du musst noch nicht bereit sein. Du darfst einfach da bleiben.

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